MPU wegen Drogen und Medikamenten

Wer unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss im Straßenverkehr aufgefallen ist, muss eine MPU wegen Drogen und Medikamenten machen. Dies ist der nächst häufigste Untersuchungsanlass, nach Alkohol. Laut Bundesanstalt für Straßenwesen sind rund 30 Prozent der Begutachtungen wegen Drogen und Medikamenten – mit steigender Tendenz.

Cannabis

Bei allen Substanzen, außer ggf. Cannabis kommt man um eine MPU wegen Drogen und Medikamenten nicht herum. 

Bei Cannabis-Konsum gibt es (nur für Ersttäter) die Ausnahme, dass der Grenzwert für die Anordnung einer MPU bei aktiven THC bei 1,0 ng/ml Blut liegt. Erst dann tritt eine Fahruntüchtigkeit ein. Das heißt, wenn bei einem Drogentest kein aktives THC im Blut war oder nicht mehr als 0,9 ng/ml aktives THC nachgewiesen wurde, dann wird normalerweise keine MPU angeordnet sondern ein fachärztliches Gutachten oder ein einmaliges toxikologisches Gutachten. Darin liegt eine große Chance, die MPU noch zu vermeiden. Stelle deshalb nach dem Delikt deinen Konsum ein, damit du bei dem toxikologischen- oder fachärztlichen Gutachten schon negativ bzw. drogenfrei bist. Das Gleiche gilt auch, wenn du nicht aktiv im Straßenverkehr unterwegs warst und du z. B. im Rahmen eines Btm-Delikts auffällig wurdest.

Eine MPU wegen Drogen und Medikamenten wird auch angeordnet, wenn du ohne Auto mit Drogen aufgefallen bist. Beispielsweise, wenn es zu einer Verurteilung wegen Btm-Erwerb oder Handel gekommen ist. Sogar dann, wenn du noch nie einen Führerschein hattest. Erst später, wenn du bei der Behörde einen Antrag auf Ersterteilung der Fahrerlaubnis stellst, wird die Eignungsüberprüfung angeordnet.

Konsum einstellen

Solch ein Verstoß wird vonseiten der Polizei eingestellt, weil es eine Ordnungswidrigkeit ist. Die Polizei ist aber verpflichtet, die Fahrerlaubnisbehörde darüber zu informieren. Wenn der Behörde Hinweise vorliegen, dass außerhalb des Straßenverkehrs gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen wurde, wird ein einmaliges toxikologisches- oder fachärztliches Gutachten bzw. eine MPU angeordnet.

Manchmal dauert es ein paar Wochen oder Monate, bis der Brief kommt – aber er kommt! 

Wenn du dann noch positiv bist, dann wird in Folge eine MPU angeordnet und du hast die Chance vertan. 

Informiere dich über Nachweisgrenzen der Substanzen. 

Entzug der Fahrerlaubnis

Wenn du nicht das Glück hattest, mit einem toxikologischen oder fachärztlichen Gutachten davongekommen zu sein, dann kommt jetzt die MPU auf dich zu. Die Führerscheinsperre beträgt nur vier Wochen, weil es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Nach Ablauf der Sperre erhältst du deine Fahrerlaubnis nicht automatisch zurück, sondern du musst einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen. Erst wenn dieser Antrag beschieden wurde, wird deine MPU von der Behörde angeordnet. Du siehst bis zu dem Zeitpunkt, an dem du endlich Klarheit darüber erhältst, ob du eine MPU machen musst oder nicht, vergeht ordentlich Zeit und kann einiges schief laufen. Wenn du dich aktuell in so einer Situation befindest, ruf mich an. Ich kann dir Klarheit geben.

Abstinenznachweis

Wenn dein Führerschein bereits entzogen wurde, dann ist es jetzt spätestens an der Zeit dich um deine Abstinenz zu kümmern. Bei allen Fahrten ab 1,0 ng/ml aktivem THC wird ein Abstinenznachweis von 6 oder 12 Monaten gefordert. Welcher Zeitraum bei dir der richtige ist, hängt ab von deinem Alter, ob du Ersttäter bist, Mischkonsum vorlag, wie hoch die aktiven und passiven Werte bei der Fahrt waren und wie dein Konsummuster vor dem Delikt war. 

Sobald harte Drogen (Amphetamin, Kokain, Opium, LSD, etc.) mit im Spiel waren, musst du mit einer Abstinenzdauer von 12 Monaten rechnen. Ob das Screening über Urinkontrollen oder Kopfhaar laufen soll, kannst du frei entscheiden. Wenn Kokain im Spiel war, rate ich ggf. von Haarproben ab.

Prüfe die Dauer deiner Abstinenz im Vorfeld gut. Ohne ausreichenden Abstinenznachweis, kannst du eine MPU wegen Drogen und Medikamenten nicht bestehen. Selbst, wenn du im psychologischen Gespräch ansonsten überzeugst.

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Abstinenzüberprüfung

Überprüfe, ob du Abstinenz benötigst und wie lange. Ich werte anhand der Begutachtungskriterien für Kraftfahreignung deine Situation aus und gebe dir alle Fakten an die Hand, die du im Zusammenhang mit den Screenings bei Drogen benötigst.

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Der Check beinhaltet alle Fakten, die du für ein positives MPU-Gutachten beachten musst.

Für weiteren Support bezüglich deiner Abstinenzabsichten und Informationen schaue dich auf der folgenden Seite um. Sie liefert guten content: MPU wegen Drogen und Medikamenten – Selbsttests, etc.

Cannabis-Rezept

Falls bei dir Cannabis ärztlich verordnet wurde, kann es sein, dass ein fachärztliches Gutachten (kleine MPU ohne psychologischen Teil) oder eine MPU angeordnet wird. Das hängt vor allem davon ab, ob die Verschreibung vor oder nach der Fahrt erfolgt ist. Wenn du Unterstützung in diesem Bereich brauchst, findest du in meinen Kursen gute Tools.

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Cannabidiol (CBD) und Fahreignung

Auch wenn CBD legal ist, so ist es in Bezug auf deine MPU und die Teilnahme am Straßenverkehr nicht erlaubt. Aktuell ist es noch nicht geklärt, welche Konsequenzen der Konsum in Verbindung mit der Straßenverkehrsteilnahme hat. Es kann je nach Produkt zu einem positiven Drogentest kommen. Bis die rechtlichen Aspekte geklärt sind, solltest du bei einem Konsum auf die Teilnahme am Straßenverkehr verzichten bzw. lange genug warten, bis die Nachweiszeit abgelaufen ist. Als ungefährer Anhaltspunkt gilt beim Rauchen: 3 Minuten nach dem Konsum ist der Wert am höchsten und nach ca. 30 Stunden voll abgebaut. Ansonsten kann eine MPU wegen Drogenkonsum angeordnet werden. 

CBD ist ein Antagonist von THC. Das kann dazu führen, dass der Konsum eines CBD-dominanten Produkts zu einem hohen THC-Wert bei einem Drogentest führt. Es ist in der nächsten Zeit mit einer rechtlichen Klärung der Fahreignung unter CBD-Einfluss zu rechnen. Wenn du dich in einem Abstinenzprogramm wegen einer MPU wegen Drogen und Medikamenten befindest, konsumiere nicht. Du riskierst sonst positive Screenings.

Substitution und MPU

Wer sich im Diamorphin-Programm befindet oder als ehemaliger Opiat-Konsument in einem Substitutionsprogramm mit Methadon, L-Polamidon oder Subutex ist, muss eine MPU machen, wenn man mit diesen Substanzen im Blut innerhalb oder außerhalb des Straßenverkehrs aufgefallen ist, auch wenn anderweitig Infos über den Umgang mit diesen Substanzen an die Führerscheinbehörde geflossen sind. Die Chancen den Pkw-Führerschein zurückzuerhalten, sind gut. Schwierig ist es, die Erlaubnis zur Personenbeförderung oder den Lkw-Führerschein wiederzuerlangen. 

MPU wegen Medikamenten

Unter Medikamenteneinfluss Auto zu fahren, (Tilidin, Codein, Morphin, Psychopharmaka, etc.) bedeutet auch eine MPU-Anordnung wegen Drogen resp. Medikamenteneinnahme, wenn:

  • Substanzen in höherer Dosierung im Blut waren als ärztlich verordnet,
  • keine ärztliche Verordnung vor lag,
  • eine ärztliche Verordnung vor lag, aber Gefahr besteht, dass man nicht mehr sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann.

 

Bist du noch unsicher und hast Fragen zu dem Thema MPU wegen Drogen und Medikamenten?