MPU wegen illegalem Kraftfahrzeugrennen oder einem Rennen mit dir selbst
Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wegen Autorennen kann auch angeordnet werden, wenn du ein Alleinrennen, also mit dir selbst ein Rennen gefahren bist. Das kann dir vorgeworfen werden, wenn du beispielsweise vor der Polizei abgehauen bist. Sei vorsichtig, denn dieser Tatbestand wird dir sehr übel genommen und dein Fahrzeug kann enteignet werden und eine MPU wegen Alleinrennen angeordnet werden.
Generell ist eine MPU wegen Verkehrsrecht und Punkten in Flensburg bzw. MPU wegen Strafrecht nicht ganz so einfach zu bestehen und du solltest dich gar nicht erst in diese Lage bringen. Es gibt eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu dem in 2021 geschaffenen Straftatbestand des „Alleinrennens“ (§ 315d Absatz 1 Nr. 3 StGB). Hier findest du den Beschluss zum Alleinrennen vom 17. Februar 2021 – 4 StR 225/20 und kannst es nachlesen. Was musst du wissen zu einer MPU wegen Autorennen? Ich zeige dir einige Fakten!
Was ist der "Raserparagraph"?
Vielleicht erinnerst du dich an die vielen Autorennen in Deutschland, die so tragisch geendet sind. Im April 2015 sind zwei junge Männer in der Kölner Innenstadt zu den Rheinterrassen gefahren. Auf dem Weg fuhren sie immer wieder mit erhöhter Geschwindigkeit, woraus sich ein Rennen entwickelte. Anstatt der erlaubten 50 km/h fuhren sie teilweise mehr als 90 km/h. Einer der beiden verlor die Kontrolle über sein Auto, schlittert über die Gegenfahrbahn auf den gegenüberliegenden Fahrradweg und verletzte eine Studentin auf ihrem Fahrrad tödlich. Das Landgericht Köln hat die Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
Am 01.02.2016 fand in Berlin auf dem Kurfürstendamm ein spontanes illegales Autorennen statt. Ein 69-jähriger unbeteiligter Fahrer kam dabei ums Leben. Die beiden Raser hatten Geschwindigkeiten bis zu 170 km/h auf dem Tacho. Sie missachteten bei ihrem Wettrennen mehrere rote Ampeln und einer der beiden Raser kollidierte mit dem unbeteiligten Fahrer der am Unfallort verstarb. Das Landgericht Berlin hat bei dieser Tat entschieden, dass sich die Angeklagten wegen Mordes schuldig gemacht haben und eine lebenslange Freiheitsstrafe ausgesprochen. 2020 wurde dieses Urteil durch den BGH für den ersten Raser bestätig. Der zweite Fahrer wurde wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt. Als Antwort auf diese Unfälle führte der Gesetzgeber mit § 315d StGB den sogenannten Raserparagraf ein.
„Wer im Straßenverkehr ein nicht erlaubtes Kraftfahrzeugrennen ausrichtet oder durchführt, als Kraftfahrzeugführer an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen teilnimmt oder sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (…) Verursacht der Täter in den Fällen des Absatzes 2 durch die Tat den Tod oder eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.“
§ 315d Abs. 1 Nr. 3: Mit GG (100-1) vereinbar gem. BVerfGE v. 9.2.2022 I 479 - 2 BvL 1/20 -
Auch ein Rennen mit dir selbst kann ein illegales Autorennen sein
Bereits das Ausrichten und Durchführen und allein der Versuch eines illegalen Autorennens sind strafbar. Hierzu braucht es kein zweites Auto, um als illegales Rennen zu gelten. Alleine mit nicht angepasster Geschwindigkeit, grob verkehrswidrig und rücksichtslos zu fahren, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, reicht aus, um nach § 315d verurteilt zu werden und eine MPU wegen Autorennen machen zu müssen.
Flucht vor der Polizei als Alleinrennen
Die Flucht vor der Polizei beispielsweise kann eine auffällige Geschwindigkeitsüberschreitung darstellen und unter § 315d Abs. 1 Nr. 3 StGB fallen und kann ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen darstellen. Dabei wird nicht auf das Motiv geachtet ein Rennen zu führen, sondern darauf die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erlangen. Es wird dann ein Straßenrennen angenommen insbesondere hinsichtlich der möglichen Gefahren. Auch hier blüht dir eine MPU wegen Autorennen.
Was passiert mit deinem Führerschein?
Wenn du eine Anzeige wegen eines illegalen Kraftfahrzeugrennens bekommst dann wird dir der Führerschein nach § 69 Abs. 2 Nr. 1a StGB entzogen. Weiterhin gibt es einen Eintrag von 2 bis 3 Punkten im Fahrerlaubnisregister (FAER) in Flensburg und ein saftiges Bußgeld. Wenn es glimpflich ausgegangen ist und niemand zu Tode gekommen ist, ordnet das Gericht eine Sperre von 6 Monaten bis zu 5 Jahren an. In dieser Zeit kannst du keine neue Fahrerlaubnis beantragen. Nach Ablauf der Sperre bzw. 3 Monate vor Ablauf stellst du dann den Antrag auf Neuerteilung resp. Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Zumeist wird erst dann eine MPU wegen Verkehrsdelikten und Straftaten angeordnet.
Rechtliche Grundlage: § 69 StGB und § 11 FeV – warum nach einem Autorennen die MPU fast immer folgt
Wenn du wegen eines verbotenen Autorennens (§ 315d StGB) oder eines vergleichbaren Delikts verurteilt wirst, ist der Führerschein in der Regel weg – und die MPU fast automatisch Pflicht.
Die rechtliche Grundlage dafür ergibt sich aus § 69 StGB und § 11 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV).
Das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus deiner Tat ergibt, dass du zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet bist. Dabei reicht es, wenn du im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr eine rechtswidrige oder aggressive Handlung begangen hast.
„Die Beibringung eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung (medizinisch-psychologisches Gutachten) kann zur Klärung von Eignungszweifeln […] angeordnet werden, insbesondere wenn Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotenzial bestehen oder die erhebliche Straftat unter Nutzung eines Fahrzeugs begangen wurde.“
– § 11 Abs. 3 FeV
Neben der MPU-Anordnung können weitere Folgen eintreten: Punkte im Fahreignungsregister, hohe Geldstrafen, eine Sperrfrist für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis und in schweren Fällen sogar die Beschlagnahme deines Fahrzeugs (§ 69a StGB).
Bei einem Autorennen kann dein Fahrzeug beschlagnahmt werden
Bei einem illegalen Autorennen kommt nicht nur eine MPU wegen Verkehrsdelikten auf dich zu, sondern es kann dir dein Fahrzeug eingezogen werden als sogenanntes Tatmittel. Mit der Einziehung wird das Fahrzeug enteignet und du bekommst es nicht wieder. In meiner Praxis erlebe ich, dass es tatsächlich auch umgesetzt wird. Das Auto ist dann wirklich weg. Wenn du Glück hast, kannst du es aber zurück ersteigern.
Du siehst, ein Autorennen ist kein Kavaliersdelikt. Es sind in den letzten Jahren viele dramatische und tödliche Unfälle wegen Straßenrennen geschehen. Aus diesem Grund wirst du bei einer psychologischen Begutachtung auch sehr genau geprüft bevor du deinen Führerschein zurückbekommst und wieder hinters Steuer darfst. In den Zahlen zur MPU Durchfallquote kannst du erkennen, dass die MPU wegen Autorennen resp. MPU wegen Aggressionen, Straftaten oder Verkehrsdelikten sehr anspruchsvoll ist. Deshalb solltest du dir auf jeden Fall eine professionelle MPU-Beratung mit ins Boot holen.
Nutze eine fundierte MPU-Beratung und Vorbereitung
Wenn du im Straßenverkehr auffällig warst und eine Anordnung zur MPU wegen Autorennen bekommen hast, gehe diese Sache am besten mit einer guten MPU-Vorbereitung an. Mit professioneller Unterstützung von MPU Schlich Bonn kommst du souverän zurück zu deinem Führerschein! Eine MPU mit der Fragestellung Verkehrsrecht gehört zu den schwierigsten, deshalb gönne dir einen guten Support an deiner Seite. Bei deinen Fragen kannst du dich gerne melden unter 0174 5795652
Häufige Fragen zur MPU wegen Autorennen
Wann wird eine MPU wegen Autorennen angeordnet?
Eine MPU wird angeordnet, wenn du wegen eines illegalen Kraftfahrzeugrennens (§ 315d StGB) oder eines sogenannten „Alleinrennens“ auffällig geworden bist – also wenn du mit überhöhter Geschwindigkeit, grob verkehrswidrig und rücksichtslos gefahren bist, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.
Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet nach § 11 FeV eine medizinisch-psychologische Untersuchung an, wenn Zweifel an deiner Fahreignung bestehen oder ein hohes Aggressionspotenzial erkennbar ist.
Welche rechtlichen Folgen drohen bei einem Autorennen?
Bei einem illegalen Autorennen drohen empfindliche Strafen:
- Entzug der Fahrerlaubnis (§ 69 StGB)
- Sperrfrist von 6 Monaten bis 5 Jahren für die Neuerteilung
- 2 bis 3 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg
- und in schweren Fällen die Beschlagnahme bzw. Einziehung deines Fahrzeugs (§ 69a StGB).
Außerdem musst du fast immer eine MPU wegen Verkehrsdelikten oder Aggressionen absolvieren, bevor du deinen Führerschein zurückbekommst.
Wie kann ich mich auf die MPU wegen Autorennen vorbereiten?
Eine gute MPU-Vorbereitung ist entscheidend, um zu zeigen, dass du dein Verhalten reflektiert und nachhaltig verändert hast.
In meiner Beratung erarbeiten wir,
- wie du dein Risikoverhalten ehrlich analysierst,
- Einsicht und Verantwortung überzeugend darstellst,
- und wie du dich beim psychologischen Gespräch sicher und authentisch verhältst.
- So kannst du deine Fahreignung glaubhaft belegen und deine MPU mit einem positiven Ergebnis abschließen.
👉 Tipp: Vereinbare jetzt ein kostenloses Erstgespräch unter 0174 5795652 – gemeinsam bereiten wir dich gezielt auf deine MPU wegen Autorennen vor.
Hast du eine MPU wegen Autorennen oder Verkehrsdelikten?
Ich freue mich, wenn der Post: MPU wegen Autorennen - Jetzt kostenlos Informieren! dir einen Mehrwert gibt.
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Bild: Lucas Ludwig@unsplash
