Neuer MPU Alkoholmarker – Phoshatidylethanol (PEth)

MPU Alkoholmarker – Phosphatidylethanol (PEth)

Der neue MPU Alkoholmarker Phosphatidylethanol (PEth) ist eine neue, sehr zuverlässige Möglichkeit, dein tatsächliches Trinkverhalten für die MPU zu belegen.

Welche Nachweismethoden gibt es bei einer MPU wegen Alkohol – und was unterscheidet PEth von den bekannten Markern kohlenhydratdefizientes Transferrin (CDT) und Ethylglucuronid (EtG)?

Nachweismethoden bei einer MPU wegen Alkohol

Wenn du eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wegen einer Trunkenheitsfahrt mit dem Auto oder als Fußgänger/Fahrradfahrer absolvieren musst, hast du zwei Wege, deine Veränderungen im Umgang mit Alkohol zu belegen:

  1. Abstinenznachweis: Du entscheidest dich für vollständige Alkoholkarenz und weist diese über einen ausreichend langen Zeitraum nach.
  2. Kontrolliertes Trinken: Du belegst, dass du dein früher riskantes Trinkverhalten nachhaltig reduziert und stabilisiert hast.

→ Mehr dazu im Beitrag: Kontrolliertes Trinken bei der MPU.

Durch die entsprechenden Alkoholkonsummarker können deine Angaben bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung überprüft werden.

Vergleich der Alkoholmarker für die MPU: EtG, CDT und PEth

Neben den bekannten, für die Fahreignungsdiagnostik zugelassenen Markern wie dem kohlenhydratdefizienten Transferrin (CDT) und Ethylglucuronid (EtG) kann seit 2023 auch Phosphatidylethanol (PEth) im Vollblut für den Nachweis eines Alkoholkonsums oder einer Alkoholabstinenz herangezogen werden.

Marker Material / Nachweis Nachweiszeitraum Aussagekraft Besonderheiten
EtG (Ethylglucuronid) Urin oder Haar Urin: 24–72 h
Haar: bis zu 3 Monate pro cm
Weist alkoholfreie Zeiträume nach Empfindlich gegenüber Fremdalkohol (z. B. Desinfektionsmittel, Mundspülung)
CDT (Kohlenhydratdefizientes Transferrin) Blutserum ca. 1–2 Wochen Zeigt regelmäßigen Alkoholkonsum (> 60 g/Tag über mehrere Tage) Beeinflussbar durch Lebererkrankungen oder Stoffwechselstörungen
PEth (Phosphatidylethanol) Vollblut (Erythrozyten) bis zu 2–3 Wochen Direkter Nachweis tatsächlichen Alkoholkonsums Sehr spezifisch, wenig störanfällig; seit 2023 für MPU anerkannt

Was ist Phosphatidylethanol und wie entsteht es?

PEth ist ein direkter Alkoholmarker, der nur dann im Körper gebildet wird, wenn tatsächlich Ethanol im Blut vorhanden ist. Dabei reagiert Ethanol mit dem Enzym Phospholipase D in den Zellmembranen roter Blutkörperchen. So entsteht ein neues Molekül, das mehrere Wochen stabil bleibt und ein zuverlässiges Abbild des tatsächlichen Alkoholkonsums liefert.

Wie wird es nachgewiesen?

Zur Bestimmung wird eine kleine Menge Vollblut entnommen und im Labor analysiert. Je höher der PEth-Wert, desto mehr Alkohol wurde in den letzten Wochen konsumiert. Typischerweise lässt sich PEth über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen nachweisen.

Wie unterscheidet es sich von anderen Alkoholmarkern?

Im Gegensatz zu EtG, das im Urin oder Haar bestimmt wird, und CDT, das Veränderungen des Transferrins im Serum misst, bildet sich PEth ausschließlich im Blut und ist dadurch sehr spezifisch und weniger störanfällig. Medikamente, alkoholfreies Bier oder Mundspülungen beeinflussen den PEth-Wert nicht.

Seit wann wird der Marker als Abstinenznachweis für die MPU anerkannt?

Seit dem Inkrafttreten der 4. Auflage der Beurteilungskriterien zur Fahreignungsdiagnostik (DGVP/DGVM, 2022 – gültig ab 2023) kann PEth als Beleg eines Abstinenznachweises herangezogen werden, sofern das Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist.

PEth eignet sich als Abstinenznachweis oder als Nachweis eines moderaten Alkoholkonsums

Phosphatidylethanol eignet sich sowohl für den Nachweis eines aktuellen Konsums als auch für den Beleg einer Abstinenz. Eine Unterscheidung zwischen geringem, moderatem und exzessivem Konsum ist möglich.

Die Analyse erfolgt über einen Tropfen Vollblut, das Labor muss akkreditiert sein.

Bei Abstinenzfragen (Laborleitlinien/Referenzwerte):

<35 μg/l Geringer bis moderater Konsum
35-211 μg/l Moderater Konsum
>211 μg/l Exzessiver Konsum

(nach aktuellen Laborleitlinien, z. B. MVZ Labor München, 2023)

 

Für aktuell stattfindenden Konsum gelten diese Werte als Anhaltspunkt:

220 μg/l bei 0-49 g/Tag Alkohol
350 μg/l bei 50-99 g/Tag Alkohol
530 μg/l bei 100-142g/Tag Alkohol

Die Phosphatidylethanolkonzentrationen unterliegen individuellen Schwankungen und sollen deshalb im Verlauf erhoben und beurteilt werden.

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Neuer MPU Alkoholmarker – Phoshatidylethanol (PEth)

Häufige Fragen & Antworten zu MPU und Alkoholmarker

Etwa 2–3 Wochen nach dem letzten Alkoholkonsum, abhängig von Konsumdauer, Körpergewicht und Stoffwechsel.

Ja, sofern der Wert dauerhaft unter der Nachweisgrenze liegt (< 20 ng/mL) und das Labor akkreditiert ist.

Je nach Labor ca. 80–150 €, abhängig von Probennahme und Analyse.

PEth ist spezifischer und weniger anfällig für Fehlinterpretationen (z. B. durch alkoholfreies Bier, Medikamente oder Kosmetika), allerdings nur bei regelmäßiger Blutentnahme geeignet.

Wenn du Fragen zu deinen Abstinenzanforderungen für deine Alkohol Fragestellung hast, melde dich bei mir. Ich bin dir gerne dabei behilflich eine gute Orientierung zu finden: 0174/5795652

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